Andere Anlageformen: Festgeld
In wirtschaftlich unsicheren Zeiten fragen nicht nur private Anleger vermehrt nach Produkten, die im Gegensatz zu Fonds mit möglichst wenig Risiko behaftet sind. Hierzu zählt zweifelsohne Festgeld, einer speziellen Einlagenform, die aufgrund ihrer Eigenschaften zu den sichersten Anlagen überhaupt zählen. Und diese Eigenschaften sind Gegenstand der nun folgenden Ausführungen.
Die Anlageklasse des Festgeldes kann auf eine vergleichsweise lange und vor allem in Deutschland erfolgreiche Historie zurückblicken. Immer dann, wenn die Risikoaversion der Menschen besonders ausgeprägt war, wurde Festgeld als sicherer Hafen geschätzt. Der Sicherheitsaspekt kam durch die Implementierung der staatlichen Einlagensicherung noch deutlicher zum Tragen. Dank der Sicherung waren alle Einlagen wie etwa Festgeld bis zum Ausbruch der jüngsten Finanzkrise im Jahr 2008 bis zu einem Volumen von 20.000 Euro je Konto geschützt, sofern das betroffene Institut diesem Sicherheitssystem denn auch angeschlossen war. Mit dem Ausbruch der Krise und dem damit einhergehenden Vertrauensverlust der Bevölkerung in das heimische Finanzsystem sah sich die Regierung gezwungen die Haftungsgrenze im Oktober 2008 deutlich auf zunächst 50.000 Euro zu erhöhen. Mit dem 01. Januar 2011 wurde die Haftungsgrenze um weitere 50.000 Euro auf nunmehr 100.000 Euro angehoben. Hierauf hatten sich die Vertreter der EU geeinigt.
So sind heutzutage Einlagen bis zu einem Volumen von 100.000 Euro je Konto auch dann sicher, wenn das Institut, bei dem bspw. das Festgeld hinterlegt ist, in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Geldinstitute, die in Deutschland über eine eigene Landesfirma agieren und nicht bloß Niederlassungen betreiben, sind automatisch an das deutsche Einlagensicherungssystem angeschlossen. Institute, die hingegen in Deutschland lediglich Niederlassungen haben, sind dem jeweiligen Sicherungssystem des Heimatlandes angeschlossen. Aus diesem Grund sollten Anleger immer darauf achten, dass die Bank dem deutschen oder zumindest einem vergleichbar guten Sicherungssystem angeschlossen ist. Mit der Umsetzung der EU-Richtlinie zur Erhöhung der Haftungsgrenze hat sich Deutschland zudem verpflichtet geschützte Einlagen innerhalb von 30 Tagen auszuzahlen.
Neben dem Vorteil der Absicherung durch den staatlichen Einlagensicherungsfonds weist eine Festgeldanlage einige andere Eigenschaften auf, die nicht notwendigerweise als positiv einzustufen sind. So setzen die meisten Banken und Sparkassen eine Mindestanlagesumme fest, deren Volumen mit 5.000 Euro oder 10.000 Euro vergleichsweise hoch ist. Darüber hinaus haben Anleger in der Regel keine Möglichkeit während der Laufzeit auf ihr Geld zugreifen zu können. Die Wahl der richtigen Laufzeit sollte daher schon allein unter diesem Aspekt getroffen werden.
Ein anderer Aspekt mit direkten Auswirkungen auf die Wahl der richtigen Laufzeit stellt das Timing dar. Denn je nach dem an welchem Punkt des Zinszyklus der Markt sich gerade befindet, sollte die Laufzeit entsprechend kurz oder lang gewählt werden. Sind in naher Zukunft steigende Zinsen zu erwarten, sollte die Laufzeit eher kurz gewählt werden, da ansonsten die niedrigen Zinsen für das Festgeld einer adäquaten Partizipation im Weg stehen. Sind in naher Zukunft hingegen fallende Zinsen zu erwarten, sollte die Laufzeit lang gewählt werden, da auf diese Weise die hohen Zinsen auch in die Niedrigzinsphase hinein gerettet werden können.
Die Verzinsung ist bei Festgeldanlagen in der Regel vergleichsweise gering. So entspricht der Zinssatz für Festgelder mit einer Laufzeit von 1 Jahr in etwa dem Zinssatz für Tagesgeld, derzeit im Durchschnitt etwa 1,3 % bis 1,5 %.